Hümmelke

Wolfgang Beisert spielt die Hümmelke
Wolfgang Beisert spielt die Hümmelke

Die „Hummel“, ein altes Volksmusikinstrument kehrt in den Solling zurück

Schon der langjährige Vorsitzende des Solling-Hauptvereins Friedrich Schwerdtfeger, hatte sich bemüht, sie ausfindig zu machen, die „Hummel“ (im Solling auch „Hümmelke“ genannt), eine Art Tischzither, auf der früher in vielen Sollingdörfern zum Tanz und zur Unterhaltung in den Spinnstuben aufgespielt wurde. Durch die immer mitschwingenden dicken Begleitsaiten, die an das Summen von Hummeln erinnerte, entstand der lautmalerische Name.
Dieses interessante Volksmusikinstrument, das als verschollen galt, wollte der Vorsitzende vor dem Vergessen bewahren und es der Nachwelt erhalten. Seine Nachforschungen führten jedoch nicht zum Erfolg. Wie hätte er sich gefreut, wenn er hätte erleben können, dass die „Hümmelke“ doch noch zurückgekehrt ist.
Der Schatzmeister des Sollingvereins Heinz Hugo Noack aus Fohlenplacken wurde jetzt - weit außerhalb des Sollings - endlich fündig: Er machte die Bekanntschaft des Musikinstrumentenmachermeisters Wilfried Ulrich aus Norden in Ostfriesland, der sich auf Renovierung und Nachbau von historischen Instrumenten, insbesondere der „Hummel“ spezialisiert hat. Der bot auch eine nachgebaute sogenannte Hilke-Hummel (Tischlermeister Adolf Hilke aus Moringen war der erste Erbauer und Spieler dieses Instruments im Bereich des Sollings 1871) zum Kauf an.
Herr Noack packte die Gelegenheit beim Schopf und erwarb einen Nachbau der „Hümmelke“ für den Sollingverein und nahm ihn in seine Obhut.
Zurzeit sind zwei interessierte Musiker dabei, sich mit dem Instrument vertraut zu machen, sie wollen es bei passender Gelegenheit zum Klingen zu bringen.
Die Sollinger „Hümmelke“ soll künftig nicht nur als Museumsstück in einer Vitrine vertrocknen, sondern bei Veranstaltungen aller Art (Heimatabende, Theateraufführungen, Tagungen) zum Einsatz kommen und mit ihrem unverwechselbaren Klang zur guten Stimmung beitragen.
Ein „Auftritt“ steht jetzt schon fest: Im Programm des Sohnrey-Abends (21. Juni 2009 in Neuhaus, Haus des Gastes, veranstaltet durch den Sollingverein aus Anlass des 150. Geburtstages des Sollingdichters Heinrich Sohnrey) spielt die „Hümmelke“ eine wichtige Rolle. Der Dichter hat ihr in seinem Buch „Die Sollinger“ ein eigenes Kapitel gewidmet.
Wer Instrument und Spieler für eine Veranstaltung engagieren möchte, kann sich an den Schatzmeister des Solling-Hauptvereins Heinz Hugo Noack in Fohlenplacken wenden (Tel.: 05536/676).
Weitere Informationen zur „Hümmelke“ u. a. Klangbilder, findet man im Internet unter www.ulrich-instrumente.de